Urbane Abenteuer auf der Hase

Urbane Abenteuer auf der Hase

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An einem sonnigen, aber leicht kühlen Samstagvormittag im November machten wir uns zu sechst auf, um den aktuellen Wasserstand und die Fahrbarkeit der Hase zu erkunden. Mit einem ausgeklügelten System wurden Boote an den Start gebracht und Autos/Anhänger versetzt. Mit von der Partie waren zwei etwas längere Touren-Boote sowie vier kurze Wildwasserboote. Alles sollte aus PE sein, da der Wasserstand viele Grundberührungen und „kratzige“ Wehre versprach.

Kurz nach dem Start an der Straßenbrücke in Stockum kam schon das erste Wehr in Sicht. Sowohl die Kante als auch die dahinter liegenden Steine machten es zu einem mühsamen Unterfangen das Boot wieder in freies Wasser zu bekommen. Es wurde mit Paddel, vollem Körpereinsatz und letztendlich den Händen im Wasser das Boot voran getrieben. Aussteigen musste aber niemand. Ob es nun an der besseren Technik lag (ganz sicher!) oder einfach am durchschnittlich geringeren Gewicht: Die Frauen meisterten diese Passagen schneller als die Männer.

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Weiter ging es – ab und zu mit Grundberührungen – durch das Gebiet der Revitalisierung der Hase im Osten Osnabrücks (Voxtrup/Lüstringen). Hier wurde mit eingebrachtem Kies die Sohle des Flusslaufs angereichert, so dass sie sich wieder natürlich (rück)entwickeln kann. Der Kies dient in Zukunft verschiedenen Fischarten zur Laichablage. Zudem ist geplant, Altarme der Hase wieder zu durchströmen und begradigte Flussabschnitte zu schließen.

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Nach weiterem, eher ruhigem Paddeln erreichten wir die Unterführung des Haseuferweges unter der Eisenbahn. Dies ist eine geeignete Pausenstelle mit Treppe zum Aussteigen. Hier konnten weitere Renaturierungsbemühungen bewundert werden. Das Wehr zum begradigten Verlauf der Hase an den Gleisen entlang wurde mit großen Steinen versperrt, der Wasserstand dahinter war extrem flach. Eine geeignete Umtragestelle konnten wir vom Wasser aus nicht finden. Macht nix, es sollte eh durch den Hasepark auf der Klöckner Hase weitergehen.

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Hier begann der zweite Teil des urbanen Abenteuers über Stock und Stein durch den wilden Busch. Der erste Fahrer versuchte mit Astschere und Co die Passage durchlässig für die nachfolgenden Kanuten zu machen. Es wurden, teils in Gemeinschaftsarbeit, Baumstämme aus dem Weg geräumt und Brombeerranken entfernt. Da hier eine relativ flotte Strömung herrschte, führte es bei den unweigerlichen Kajakstaus zum Üben des Bremsens und Rückwärtspaddelns. Einige Spaziergänger waren überrascht hier Kajaks zu sehen und prophezeiten zu wenig Wasser im weiteren Verlauf. Dies stellte sich glücklicherweise als nicht richtig heraus.

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Zu guter Letzt fanden wir unterwegs noch einen Volleyball, der uns dann in der City auf der etwas breiteren Hase vor L+T unter den Augen etlicher Spaziergänger zu einem kleinen Kanupolospiel inspirierte.

Fazit:

Alle sind trocken angekommen.

Die Renaturierungsarbeiten sehen gut aus.

Auch mit Booten über 4 m ließ sich die Klöckner Hase bewältigen.

Unsere Kanupolofertigkeiten sind noch ausbaufähig.

Ein großer Müllsack voll Pfandflaschen und -dosen konnte „nebenbei“ auf dem befahrenen Stück gesammelt werden. Das meiste natürlich im Stadtgebiet.

O-Ton: „Was für ein Abenteuer!“.